Pressemeldung

Hochreines Isobuten aus Burghausen

Petrochemie. EDL erhält von OMV Auftrag für Anlagenneubau

Blick auf das Baufeld der neuen Iso C4-Anlage - ISBL

Die Arbeiten auf der Baustelle laufen planmäßig - Kabelschutzrohre werden verlegt

Die OMV Raffinerie in Burghausen betraute EDL mit der Planung und Errichtung einer neuen ISO C4-Anlage mit einer Jahreskapazität von 60.000 t. Ab Herbst 2020 wird die 64 Mio. Euro teure Anlage hochreines Isobuten direkt erzeugen. Dabei wird eine von der OMV und BASF entwickelte Technologie weltweit erstmalig eingesetzt.

Gegenstand des EPCM-Projekts ist die Errichtung einer ISO C4-Anlage, die in die bestehende Metathese-Anlage integriert wird. Aus dem C4-Feedstock der Metatheseanlage wird in der neuen Anlage Isobuten in einem Isomerisierungsreaktor erzeugt, über zwei Kolonnen abgetrennt und in einem erdgedeckten Lagertank gelagert. Für die Verladung in Eisenbahnwaggons wird die vorhandene Verladestation entsprechend umgebaut.

Die Integration der neuen Anlage in die Metatheseanlage, die Propylen für die Kunststoffindustrie produziert, leistet einen entscheidenden Beitrag zur Energieeffizienz, da der Wärmebedarf des neuen Prozesses zu 80 % aus der Abwärme der vorhandenen Anlagen gedeckt wird.

Erstes Teilprojekt vorzeitig abgeschlossen

Das Projekt ist in zwei Etappen gegliedert. Die erste, bereits abgeschlossene Etappe umfasste den Pre-TAR mit vorbereitenden Maßnahmen, wie diverse Einbindearbeiten und Rohrleitungsumschlüsse für den geplanten Einbau des neuen Isomerisierungsreaktors. Die Planungsarbeiten dazu erfolgten in enger Zusammenarbeit mit den Pörner-Kollegen aus Wien und Grimma sowie dem Vor-Ort-Team in Burghausen, welche die Einbindepunktplanung, die Bauplanung sowie einen Teil der Bauüberwachung im zweiwöchigen Stillstand der Metathese-Anlage Ende März 2019 übernahmen.

EDL-Projektleiter Daniel Mohr freut sich über die gelungene erste Phase: „Dank der vorausgegangenen guten Planung und der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen OMV und EDL / Pörner wurde bereits einen Tag vor dem Zieltermin die mechanische Fertigstellung erreicht. Auch die anschließende Sicherheitsbegehung verlief ohne Beanstandungen, so dass die Anlage überpünktlich an das OMV-Team für die Inbetriebnahme übergeben werden konnte.“

Startschuss für Neubau

Der Startschuss zur zweiten Etappe für die Errichtung der Neuanlage erfolgte im Sommer 2019. Im September 2020 ist die Inbetriebnahme durch den Kunden geplant. Unter Leitung von EDL wird die standortübergreifende Zusammenarbeit der Pörner Gruppe auch in der zweiten Projektetappe fortgesetzt.

„Die neue ISO C4 Anlage ist ein weiteres Element, das die Innovationskraft der OMV unterstreicht. […] Mittel- bis langfristig wird sich die Nachfrage nach fossilen Energieträgern verändern […]. Der strategische Schwerpunkt der OMV im Downstream-Geschäft liegt daher auf der Petrochemie. Wir wollen langfristig und nachhaltig wachsen und unsere Wettbewerbsposition weiter stärken“, erklärt Thomas Gangl, OMV Vorstand Refining & Petrochemical Operations. Die Pörner Gruppe freut sich, die OMV auf diesem Weg professionell zu begleiten.

Isobuten

Isobuten ist ein flüchtiges Gas und gehört in die Gruppe der C4-Kohlenwasserstoffe. Es wird aus Erdölbestandteilen durch thermische Aufspaltung gewonnen. Isobuten ist ein wichtiger Grundbaustein in der petrochemischen Industrie für viele wichtige Chemieprodukte wie Kunststoffe, Klebstoffe, Schmiermittel u. a.

Kurz gesagt:

  • 64 Mio. EUR Investment für neue ISO C4-Anlage in der Raffinerie Burghausen
  • Weltweit erste Anwendung einer von OMV und BASF neu entwickelten Technologie zur direkten Erzeugung von hochreinem Isobuten
  • Integration in Metathese-Anlage schafft höchste Energieeffizienz
  • Gesamtplanung und Realisierung aus einer Hand durch die Pörner Gruppe unter Leitung von EDL

 

Kontakt

Lydia Brandtner
Leiterin Marketing

Tel.: +43 5 05899-718